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Raclette als gesellschaftliche Praxis

Der früheste Beleg für die Praxis des Raclettes im Wallis stammt aus dem Jahr 1574. Um einiges älter sind demgegenüber historische Quellen zum Vorkommen von Käse in der Region; diese gehen auf das 4. vorchristliche Jahrhundert zurück. Beim Dokument von 1574 handelt es sich um ein Schreiben von Kaspar Ambüel, Arzt und Apotheker in Sitten, an Konrad Gessner. Die Übersetzung aus dem Lateinischen ergibt folgenden Wortlaut: «Täglich strömt eine ganze Menge von Leuten zu diesem Augsport genannten Ort [Augsbordpass zwischen dem Visper- und dem Turtmanntal]. Hier wird ein Feuer entfacht, und zwar mit Hilfe von aufgeschichteten Alpenrosen-Zweigen, da sich an diesem Ort weder andere Sträucher noch Bäume finden. Man setzt sich nieder, holt sich aus der Umhängetasche etwas Verpflegung und lässt schmackhafte, fette, milde und weiche Käse von herbem Geschmack schmelzen… » (zitiert bei Marc Zufferey: Protection de l’appellation du Fromage à raclette valaisan. 1986)

 

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