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Geteilschaften im Wallis
Eine Geteilschaft ist ein Arbeits- oder Besitzkollektiv. Dabei verfügen die Geteilen über bestimmte Rechte und Pflichten, die in schriftlich festgelegten Statuten und Reglementen geregelt sind. Zu den Pflichten der Geteilen gehört insbesondere die Teilnahme am Gemeinwerk und die Übernahme von Ämtern, zu den Rechten die Nutzung gemeinsamer Güter und Einrichtungen.
Traditionelle Viehzucht und Kuhkämpfe im Wallis
Die traditionellen Rassen und insbesondere die Eringer Kuhrasse werden heute im Wallis als kantonales Kulturgut betrachtet. Ja, im Kuhkampf hat das Wallis wohl das stärkste Erinnerungszeichen seiner agrarischen Vergangenheit gefunden. Und ganz allgemein sind Tiere wie Eringer Kuh, Schwarznasenschaf oder Schwarzhalsziege zu einem Markenzeichen des Wallis geworden und befriedigen auch zahlreiche nichtlandwirtschaftliche Bedürfnisse. Bei der traditionellen Viehzucht handelt es sich also um ein Phänomen mit einer starken Verankerung in der Tradition und in der Gegenwart.
Lawinen : Wissen und Praktiken im Umgang mit der Gebirgsgefahr
Historische, wirtschaftliche und topografische Gegebenheiten haben im Wallis besondere Praktiken und Kompetenzen im Umgang mit der alpinen Natur entstehen lassen. Geradezu exemplarisch steht dafür der Umgang mit der Lawinengefahr.
In der vorindustriellen Gesellschaft fand dieses Erfahrungswissen seinen Niederschlag unter anderem in der Siedlungsstruktur sowie in religiösen Praktiken wie dem Votivwesen. Zudem kannte auch die frühere Gesellschaft Einrichtungen zur Bewältigung der Lawinengefahr und ihrer Folgen wie etwa das Hospiz auf dem Grossen Sankt Bernhard mit dem Bernhardinerhund als dem Inbegriff des alpinen Rettungswesens.
Tambouren und Pfeifer im Wallis
Pfeifentöne und Trommelschläge gehören ursprünglich in die Tradition der Militärmusik, sie erfreuen sich aber insbesondere im Wallis auch ausserhalb der Armee grosser Beliebtheit. An Musikwettbewerben, Festen und lokalen Anlässen zeigt sich, wie wichtig die im Ober- und Unterwallis zusammen rund 2'000 Mitglieder zählenden 38 Vereine der Associations des tambours et fifres du Valais romand und des Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferverbands sind
Italianità en ValaisItalianità im Wallis
Trotz ihres mediterranen Klangs sind Namen wie Pierre Gianadda oder Denis Rabaglia unbestritten auch eng mit dem Wallis verbunden. Die Italienerinnen und Italiener haben als erste grosse Einwanderungsgruppe im Kanton einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben des Wallis geleistet und tun dies auch heute noch. Diese langfristige Einbindung manifestiert sich unter anderem in den zahlreichen Vereinen, die sie gegründet haben oder in denen sie aktiv sind, wie die katholischen Missionen, die italienischen Gemeinschaften, Bildungsvereine, Fussballvereine, Theatergruppen usw.
Tschäggättä IM Lötschental
Bei den Tschäggättä handelt es sich um Fastnachtsfiguren im Lötschental. Sie tragen Masken aus Arvenholz, Schaf- oder Ziegenfelle sowie Kuhschellen und treten jeweils zwischen dem 3. Februar (Tag nach Maria Lichtmess) und dem Gigisdienstag, dem Tag vor Aschermittwoch auf. Traditionellerweise setzten sie den Frauen und Kindern nach und rieben sie mit Schnee ein.
Sammeln und Anbau von Wildpflanzen
Das Sammeln von Wildpflanzen gehörte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zu den Gepflogenheiten der meisten Walliser Familien. Gegenwärtig wird diese Tätigkeit von Personen bäuerlicher Herkunft, von Bergexperten, von Anhängern der Alternativmedizin, von Produktherstellern und -verkäufern, von Exkursions- oder Seminarteilnehmern wie auch von der Genossenschaft Valplantes ausgeübt. Das Sammeln von Pflanzen erfolgt gewöhnlich autonom, unter Berücksichtigung der geltenden Schutzgesetze.
Fronleichnam in Savièse
Das Fronleichnamsfest von Savièse im Mittelwallis wird in einem Fünfjahres-Turnus von den einzelnen Dorfschaften der Gemeinde organisiert. Der Festtag beginnt um 5 Uhr mit der diane. Dabei wird vor den Häusern der 9 Komiteemitglieder aufgespielt. 7.30 Uhr: Besammlung vor dem Gemeindehaus, Heraushängen der Gemeindefahne, Abholen des esponton beim Haus des capetan, Abholen der bannière du village beim banneret. 9 Uhr: Abmarsch zur Kirche mit Integration der tsanbrides (Kindergruppe), Einzug in die Kirche, Hochamt.
Patois im französischsprachigen Wallis
Das Unterwalliser Patois ist eine fast ausschliesslich mündlich praktizierte Sprachform, die zur grossen Familie des Frankoprovenzalischen gehört. Die Dialektgruppe ist im Norden und Westen durch die Langues d’Oïl, im Süden und Südwesten durch die Dialekte der Langues d’Oc, im Osten durch die deutsche und im Süden durch die italienische Sprache begrenzt. Traditionell beschränkt sich der Dialektgebrauch auf den landwirtschaftlichen und den häuslichen Bereich.
Raclette als gesellschaftliche Praxis
Der früheste Beleg für die Praxis des Raclettes im Wallis stammt aus dem Jahr 1574. Um einiges älter sind demgegenüber historische Quellen zum Vorkommen von Käse in der Region; diese gehen auf das 4. vorchristliche Jahrhundert zurück. Beim Dokument von 1574 handelt es sich um ein Schreiben von Kaspar Ambüel, Arzt und Apotheker in Sitten, an Konrad Gessner. Die Übersetzung aus dem Lateinischen ergibt folgenden Wortlaut: «Täglich strömt eine ganze Menge von Leuten zu diesem Augsport genannten Ort [Augsbordpass zwischen dem Visper- und dem Turtmanntal]. Hier wird ein Feuer entfacht, und zwar mit Hilfe von aufgeschichteten Alpenrosen-Zweigen, da sich an diesem Ort weder andere Sträucher noch Bäume finden. Man setzt sich nieder, holt sich aus der Umhängetasche etwas Verpflegung und lässt schmackhafte, fette, milde und weiche Käse von herbem Geschmack schmelzen… » (zitiert bei Marc Zufferey: Protection de l’appellation du Fromage à raclette valaisan. 1986)
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